Colmar und das Musée Unterlinden

Als ich morgens aus dem Fenster gucke, ist der Himmel von Wolken verhangen und von den Alpen weit und breit nichts zu sehen.

Schade eigentlich. Denn warum sind wir so lange durch die Nacht geirrt, um dann hier doch nichts besonderes zu sehen?

Egal! Wir fahren hinunter ins Mustertal und gehen einkaufen. Dann steuern wir Colmar an, um das berühmte Musée Unterlinden zu besuchen (stand das nicht in Berlin?).

Das Museum ist in einem Kloster untergebracht, das auf diesem Gemälde in seiner ursprünglichen Funktion dargestellt ist.

Erschöpft von derart eigentümlichen Rekursionen lasse ich mich auf zeitgenössischen Mobiliar nieder.

Die eigentliche Attraktion hier ist natürlich der berühmte Issenheimer Altar.

Unfassbar, wieviele Details es hier zu betrachten gibt.

Die Klarheit und Transparenz der Glaskaraffe im Zentrum stellt ein Sinnbild für die unbefleckte Empfängnis dar. Wow, das hätte ich in meinem Buch verarbeiten sollen, das bald hier erscheinen soll.

Manchmal graust mich schon vor der Vorstellung, im Mittelalter gelebt zu haben.

Wobei die Dämonen der heutigen Politik auch nicht weniger bedrohlich wirken.

Besonders interessant erscheinen uns die Alltagsgegenstände aus der Zeit, in der unser Haus gebaut wurde.

Krüge, Brot und ein aus Brettern gezimmertes Bett.

Dazu Badezuber (ich muss endlich das neue Bad fertigstellen) mit glasklarem Wasser darin.

Sogar die Decke der Museumsräume ist aufschlussreich.

Und die Wappen …

Aber irgendwann ist jeder Schwamm von Kultur ausreichend getränkt und erschöpft. Es wird Zeit nach Hause zu reisen.

Bei aller Sehnsucht nach der “guten alten Zeit” möchte man doch mal wieder im eigenen Bett schlafen (wirklich?).

Bevor es Nacht wird und man sich wieder im Dunkeln verfährt.

Schnell noch einen Blick in den Museums-Shop werfen.

Ein paar Flaschen Elsässer Wein einkaufen und sich mit dem Winzer über den Niedergang Dambachs unterhalten.

Und schwupp … schon ist die Reise vorbei und man steht wieder unter den Blumen im heimischen Garten.

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