Bogotá im COVID19-Fieber

Ehrlich gesagt ist Bogotá auf den ersten Blick nicht so einladend. Vielleicht liegt das daran, dass einen jeder, aber auch jeder vor Dieben warnt.

Ich fahre mit Alberto zum Museo del Oro, dem Goldmuseum, in dem die Goldschätze der Inka ausgestellt sind.

COVID19 hat sie aber eingeschmolzen. Das Museum ist geschlossen. Eine Maßnahme, die ich derzeit bei knapp 30 Fällen ziemlich widersinnig finde.

Ich wage trotz aller Warnungen einen Spaziergang durch die Fußgängerzone. Die Iglesia de San Francisco ist umwerfend. Leider darf man darin nicht fotografieren.

Die Kathedrale am Plaza Bolivar gefällt mir nicht, aber der Platz selber produziert schöne Bilder, finde ich.

Eigentlich muss man nur sitzen und warten.

Leider habe ich keine Geduld.

Na, das noch. Oder?

Ich biege hier mal links ab.

Hier gibt es ein offenes Museum, das interessant aussieht. Ich frage, ob ich mit Karte bezahlen kann. Das Mädchen schaut mich traurig an. Nein, sie hat keinen Kartenleser. Der Eintritt kostet 1000 kolumbianische Pesos (COP) … das sind umgerechnet 20 Cents.

Leider habe ich aber kein kolumbianisches Bargeld. Stattdessen aber Hunger. Was nun?

Waffen haben uns die Unabhängigkeit gebracht. Gesetze haben uns die Freiheit gegeben. Schön, aber woher bekomme ich Geld?

Ich finde welches, in einer Markthalle für Gold. Kein Witz! Ich tausche meine peruanischen Soles in COPs um und habe plötzlich 200 Tausend davon. Ups … und nun?

Ich könnte mir ein Lama kaufen, zum Beispiel.

Erstmal muss ich etwas essen. Aber was?

Dieses Lokal lockt mich mit Cabritos auf dem Grill. Leider verstehe ich kein Wort und treffe eine fatale Entscheidung.

Immerhin war die Limonade gut. Und die Banane unter dem Fleisch. Und die Kartoffel auch. Aber was soll ich sagen. 21.000 COP kostet der Spaß. Dafür hätte ich 21 Mal ins Museum gehen können. Stattdessen ist mir schlecht.

Trotzdem wandere ich weiter.

In ein schickes Viertel, in dem das Museo de Bogotá liegt.

Es gibt ein paar fantastische Fotos dort. Vom Bau einer Pferde-betriebenen Straßenbahn.

Warum eigentlich nicht. Scheiß-Mobilitätswahn!

In diesem Wagen gibt es kein Corona-Problem.

Und Illustrationen zu Ginas Wasserthema gibt es hier auch.

Ja, eine Waschmaschine ist praktisch. Aber eben auch einsam.

Das war nicht nur nicht immer so, sondern eigentlich immer nicht so.

Irgendwie hat die Welt auch viel verloren … im Lauf der Zeit.

Zumindest Vorstellungen, die wir von der Welt hatten.

Der Markt von Bogotá. Alles ist verschwunden.

Kinos sind ja nun verboten.

Früher war die Stadt voll davon. Heute glotzt man auch hier COVID-kompatibel TV.

Schön ist es hier.

Dann beginnt es zu regnen.

Ich eile in ein Café, wo der Espresso exzellent schmeckt.

Dann bringt mich Raul zurück ins Hotel, vorbei an einem Bus mit dieser Aufschrift. Das gefällt mir! Bogotá wird mir sympathisch.

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