Budapest VII: kerület

Über dem 7. Bezirk liegt Herbst und Melancholie. Der Taxifahrer hat noch nie etwas vom Hotel Spinoza in der Dob Utca Nr. 15 gehört, biegt an der Synagoge aber trotzdem richtig ab.

Hinter dem schwer bewachten Eingang der Synagoge liegen die Gräber der Opfer des Budapester Ghettos.

In verschiedenen Jahren geboren, aber alle 1945 verstorben. Das altbekannte, unheilvoll beklemmende Gefühl steigt auf. Am liebsten würde ich gar nicht hinsehen, aber nun liegen sie eben mal da und ich sehe hin.

Plötzlich bin in am Ziel, das liebenswerte Café und Restaurant, dessen Zimmerangebot ich schon seit Monaten ausprobieren möchte. Diesmal hat es geklappt … und enttäuscht mich nicht.

Mein “Hotelzimmer” für 60 Euro entpuppt sich als 2-Zimmer Appartment mit Küche und Bad. Wunderschön, obgleich mir die Besitzerin etwas wundersam erscheint.

Trotzdem ein idealer Ort, um auch mit Kind und Kegel einen erschwinglichen Aufenthalt in der Stadt der Bäder zu verbringen. Statt dessen gehe ich abends im Spinoza essen, Gänsefleischsuppe mit Griesklössen und ein Gulasch mit handgemachten Spätzle, zum Nachtisch heissen Birnenkuchen mit Vanilleeis und Espresso.

Dann fliege ich wieder ab, blicke wehmütig zurück und weiss nicht recht, warum diese Stadt jeden traurig macht.

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