Angeln in den Vosgesen

Fischen am Rhein? Na sehr romantisch wirkt das aber nicht.

Im Vorbeifahren werfen wir mal wieder einen Blick auf die Speisekarte der Auberge de l’Ill.

Im Garten ist noch Platz, aber leider ist für unser spärliches Budget heute hier kein Essen drin. Sehr schade.

Außerdem haben wir anderes im Sinn. Unser Ziel ist die Vosgesen. Wir wollen ein letztes Mal in diesem Jahr eine Forelle fangen. Oder einen Hecht.

Auf der Suche nach einem befischbare Teich finden wir einige ziemlich bemerkenswerte Gebäude. Das wäre doch was zum Relaxen und zum Bloggen.

Der See ist leider ein Beispiel für “the enclosure of the commons”.

Wir kaufen uns also einen Lachs auf einer Quiche Lorraine, denn wir haben Hunger. Dann besuchen wir die Tourist Information, wo wir eine Karte und einen Angelschein bekommen.

Dazwischen drin suchen wir zwischen Holunderbeeren und herbstlich angefärbten Wäldern nach einem Zimmer zum Übernachten – erfolglos, wie sich zeigen wird.

Der Herr Sohn wird zunehmend verdrießlich. Los jetzt! An den See zum Angeln!!

Na gut. Hinab zum Lac Vert. Er trägt die Angel …

… und ich die Köder und unser Vesperpaket. Naja, und einen Schlafsack und eine Isomatte und einen Fotoapparat … nicht weil wirs brauchen, sondern damit es nicht gestohlen wird.

Es geht bergab und ich muss mich kritisieren lassen, weil man schon von hier oben aus unten einen Parkplatz sieht.

Dann kommt der See in Sicht, und man versteht, warum es Grüner See heisst. Er ist grün, der See.

Angeblich kann man Fliegenpilze rauchen, die frage ist bloss wozu. Man kann sie doch viel einfacher essen.

Schwupp, wir sitzen am Ufer und eigentlich könnte ich ein bisschen relaxen.

Statt dessen muss ich Köder aus Frühstücksfleisch anfertigen, denn das habe ich versprochen.

Frühstücksfleisch? Das fresse ja nicht mal ich. Egal, ins Wasser damit.

Ein bisschen reinhängen ins Wasser und wieder rausziehen.

Potzblitz – ein Fisch! groß ist er nicht und er darf weiterleben, aber es gilt. Wir haben einen Fisch gefangen. Einen Barsch.

Es ist sehr schön hier am Lac Vert, aber es bleibt unser einziger Fang heute.

Wir haben trotzdem unseren Spaß in der Abendsonne.

Im letzten Licht erklimmen wir den Rückweg zum Parkplatz oben auf der Route des Crêtes.

Und nun? Wo essen? Wo schlafen?

In der Auberge des Trois Fours jedenfalls nicht. Wir werden ziemlich unfreundlich abgewimmelt. Keine Zeit! Kein Platz! Zuviele Gäste!

Wir finden in irgend einem Dorf ein buntes Restaurant, in dem man uns tatsächlich einen Tisch zugesteht.

Und ein Entrecôte in Pfeffersauce und einen Flammkuchen mit Ziegenkäse. Schrecklich, die Welt. Gute Nacht!

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